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Liebe Musikfreunde,
zur Konzertreihe 2026-2027 in der St. Michaelis-Kirche in Klein-Karben heiße ich Sie herzlich willkommen.
Als künstlerischer Leiter dieser Konzertreihe freue ich mich, Ihnen ein interessantes und abwechslungsreiches Programm präsentieren zu können.
An fünf Abenden werden sich renommierte und preisgekrönte Künstler*innen und Ensembles vorstellen. Die Verbindung mit der Frankfurter Musikhochschule wird fortgesetzt und vertieft, es treten Studierende, Lehrende und Alumni auf. Dmitry Ablogin ist wieder mit seinem historischen Hammerflügel zu Gast, das beliebte Format Märchen und Harfe erfährt eine Fortsetzung und ein großes Cello- Ensemble aus einem Austauschprojekt mit spanischen und deutschen Studierenden führt neu entdeckte Werke von Pau (Pablo) Casals im Jahr seines 150. Geburtstages auf.
Im ersten Konzert am 24.10.2026 beginnt die neue Saison mit zwei alten Bekannten und ihrem Programm „Ein Bilderteppich aus Wort und Klang“: 2019 und 2023 war das seit über 25 Jahren bestehende Duo Elfriede Gazis und Sonja Fiedler mit Märchen und Harfe in der Kirche zu hören, nun sind sie zum dritten Mal zu Gast. Märchen und Melodie verweben sich auf eindrückliche Weise, wenn Elfriede Gazis und Sonja Fiedler ihre Zuhörer in ihre Geschichtenwelt entführen. Da wird erzählt mit Worten und Klängen, da wechseln Melancholisches und Heiteres, Schreckliches und Schelmisches. Ursprünglich wurden Märchen von Erwachsenen für Erwachsene erzählt. Die uralten und immer wieder gemachten Erfahrungen der Menschheit sind in den Märchen aller Völker komprimierte Dichtung geworden. Das Märchen deutet auf uns und gibt uns Antwort auf die Fragen nach dem Woher und Wohin; immer zeigt es den Menschen unterwegs, als Wanderer auch zwischen zwei Welten, dem Diesseits und dem Jenseits, dem Bewussten und dem Unbewussten. Die verzaubernden Harfenklänge von der Konzertharfenistin Sonja Fiedler verleihen den Geschichten Flügel und lassen den Zuhörer einen unvergesslichen Abend erleben.
Im zweiten Konzert am 28.11.2026 ist ein großes Cello-Ensemble aus Studierenden des Conservatorio Superior de Música de Aragón (Spanien) und der HfMDK Frankfurt zu Gast. Dieses Konzert wird von der Pau-Casals-Stiftung, dem Erasmus-Programm der EU und der HfMDK Frankfurt unterstützt. Das Konzert „Hommage an Pau Casals“ würdigt anlässlich seines 150. Geburtstags einen der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Als Cellist, Dirigent, Komponist, Humanist und entschiedener Verfechter der Freiheit machte Casals sein Leben zu einem Ausdruck seines Engagements für Musik, Frieden und Menschenrechte. Sein Vermächtnis macht ihn zu einer der universellsten Persönlichkeiten der Musik und des Friedens. Das Programm verbindet Werke für Violoncello-Orchester von Pau Casals – darunter die Sardana, Auszüge aus dem Oratorium El Pessebre sowie die Sardana de Sant Fèlix – mit Werken von Komponisten, die mit seiner Person und seinem künstlerischen Umfeld verbunden waren. Ergänzt wird das Programm durch Bearbeitungen von Suiten Johann Sebastian Bachs, dessen Musik für Casals von grundlegender Bedeutung war und die er maßgeblich wieder ins Bewusstsein der Musikwelt rückte. Die Hommage wird durch Un cant a Pau Casals von Jordi Cervelló ergänzt, ein zeitgenössisches Zeugnis der Bewunderung für den großen Meister, sowie durch das traditionelle katalanische Lied El cant dels ocells. Casals beendete seine Konzerte häufig mit diesem Lied, das für ihn zu einem Symbol des Friedens und der Hoffnung wurde.
Im dritten Konzert am 13.2.2027 sind die beiden Cellisten Cornelius Bönsch und Jan Ickert zu Gast, zusammen mit Andreas Küppers am Cembalo. In ihrem Programm „Das Leben ist zu kurz für lange Gesichter“ trifft die Musik Vivaldis auf J. Offenbach. Die zwei Cellisten im Rollentausch auf der vergnüglichen Suche nach Gemeinsamkeiten. Gerade 80 Jahre liegen zwischen dem Tod Vivaldis und Offenbachs Geburt - so fern und so nah. Nicht nur der erzählerische Tonfall ihrer Musik verbindet die Komponisten, beide führten gleichermaßen ein bewegtes Leben als erfolgreiche Virtuosen ihrer Zeit. Der eine in Venedig, der andere in Paris. Eine immer noch lebendige Celloliteratur für alle – für Lernende und Lehrende, für Amateure und Profis - und natürlich und nicht zuletzt für die Konzertgänger. Mit dabei ist Andreas Küppers, keineswegs nur eine Begleiterscheinung am Cembalo.
Im vierten Konzert am 13.3.2027 ist wieder das Mutare Ensemble zu Gast, dieses Mal mit einem ganz besonderen Programm: „Music for a While“: Musik hat die besondere Fähigkeit, einen Zugang zu unserem Innern zu öffnen: Die Schwingungen der Musik finden in uns eine Resonanz. So entsteht ein Raum, in dem das Hörerlebnis mit unserem Innenleben zu einer einzigartigen Verbindung von Innen und Außen verschmilzt. Die hieraus erwachsende besondere Selbstwahrnehmung ist authentisch und kostbar. “Music for a While” von Henry Purcell lädt mit seinem kreisenden Bassostinato ein, sich in der Versenkung in die Musik ganz dem Moment und der Selbstwahrnehmung hinzugeben. Die Arie des Ruggiero aus Händels Oper “Alcina” thematisiert angesichts der Harmonie der Natur die Sehnsucht nach innerer Gelassenheit – im Kontrast zur Verstricktheit in das Geflecht menschlicher Beziehungen. Die Komposition “InSound” von Gerhard Müller-Hornbach wählt für den Weg nach Innen die Versenkung in den Einzelton. Auf diesem Weg öffnen sich im Innern des Klangs immer neue Räume von faszinierender Vielfalt – korrespondierend mit dem Reichtum der Innenräume unserer Psyche.
Die Saison endet am 10.4.2027 mit dem fünften Konzert, einem Recital des international bekannten Pianisten Dmitry Ablogin, der auf einem historischen Hammerklavier Musik von J.M. Kraus, L.v. Beethoven, W.A. Mozart und J. Haydn spielen wird. „Joseph Martin Kraus und seine Zeitgenossen“. Ein etwas provokativer Titel, insbesondere wenn man die anderen Namen auf dem Programm betrachtet: Mozart, Haydn und Beethoven, dessen 200. Todestag im Jahr 2027 gefeiert wird. Heute fast vergessen, war Kraus einer der bedeutendsten Komponisten seiner Zeit. Haydn, der ihn 1783 kennenlernte, bezeichnete ihn als „den ersten Mann von Genie, den ich gekannt habe.“ Er wurde im selben Jahr wie Mozart geboren und starb ein Jahr nach ihm – in vielerlei Hinsicht zwei parallele Leben. Sie haben sich wohl auch in Wien getroffen, als Kraus auf Veranlassung des Königs eine vierjährige Bildungsreise durch Europa unternahm. Beethoven kannte Kraus nicht, lebte jedoch im gleichen musikalischen Kontext: Er war Schüler von Haydn und ein großer Verehrer Mozarts. Auch sein frühes Klavierschaffen, aus dem später so viele wunderbare und revolutionäre Ideen hervorgehen sollten, ist tief in dieser Zeit und Ideenwelt verwurzelt. Kraus gilt als einer der bedeutendsten musikalischen Vertreter des Sturm und Drang. Und tatsächlich entsprechen alle Stücke des Programms in gewisser Weise dieser Empfindung.
Ich hoffe, dass Ihnen die Saisonvorschau Lust gemacht hat, in die wunderschöne, akustisch so hervorragend für Kammermusik geeignete Kirche zu kommen. Ich würde mich freuen, Sie bei einem oder mehreren der Konzerte persönlich zu begrüßen.
Herzliche Grüße
Ihr Jan Ickert, künstlerische Leitung
Liebe Freundinnen und Freunde der Musik,
eine Konzertreihe gestalten, selbst musizieren oder einfach nur der Musik zu lauschen hat etwas Gemeinsames: Es macht etwas mit uns. Wir formen und werden geformt. Ich will es anhand einer Weisheitsgeschichte deutlich machen.
Ein Instrumentenbauer nahm ein Instrument zur Seite, bevor er es in den Kasten legte.
„Fünf Dinge musst du wissen, bevor ich dich in die Welt hinausschicke“, sagte er zum Instrument. „Erstens: Du kannst Großes erreichen, wenn du dich von einem anderen in der Hand halten lässt. Zweitens: Manchmal kann es wehtun, wenn jemand auf dir übt, aber dadurch wirst du reifen. Drittens: Du wirst Fehler machen, aber diese lassen sich korrigieren, wenn du bereit bist, neu zu beginnen. Viertens: Das Wichtigste bleibt immer das, was du in dir hast. Du wirst auf unterschiedliche Instrumente treffen, aber sie haben, wie du auch, ihren Wert im Inneren. Und fünftens: Höre niemals auf zu musizieren. Wohin du auch gerätst und auf welche Instrumente du triffst, begebe dich mit deiner Stimme in das Ensemble. Das ist deine Aufgabe.“
Eine Kirche ist nicht nur ein guter Konzertsaal, sondern erinnert uns auch daran, dass wir, egal ob wir die Konzertreihe gestalten, selbst musizieren oder einfach Musik auf uns wirken lassen: Erstens Großes tun können, wenn wir uns von Gott in der Hand halten lassen. Zweitens im Leben manche Schmerzen aushalten müssen, aber dadurch auch reifen und erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben. Drittens immer wieder Fehler machen, aber auch neu anfangen dürfen, wenn wir das erkennen, eingestehen und um Vergebung bitten. Viertens das Wichtigste in uns tragen: einen einzigartigen göttlichen Funken, genauso wie all die Menschen um uns herum. Und dass wir fünftens eine unverwechselbare Stimme im Konzert der Menschheit haben, die es gilt, täglich neu einzubringen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und der Konzertreihe Gottes Segen und ein fröhliches Musizieren, Gestalten und Zuhören, denn wir formen und werden geformt.
Herzlichst
Ihr Pfarrer Eckart Dautenheimer
Jan Ickert
Herz und Motor dieser Konzertreihe ist ihr Förderkreis. Werden Sie Mitglied. Für einen jährlichen Spendenbeitrag ab € 35,- pro Person und Kalenderjahr erhalten Sie zusätzliche Informationen zu den Konzerten und zu Sonderveranstaltungen sowie ermäßigte Eintrittspreise.
Die Spendenbeiträge sind steuerlich abzugsfähig.
Bankverbindung:
Ev. Gesamtkirchengemeinde Karben
Sparkasse Oberhessen
IBAN: DE76 5185 0079 0027 1830 50
Verwendungszweck: Förderkreis Musik in der Kirche
Eintrittspreise
Einzelkarte Erwachsene 16,00 €
Mitglieder des Förderkreises 13,00 €
Schüler, Studenten 13,00 €
Karten an der Abendkasse, kein Vorverkauf
Einlass ca. 30 Min. vor Konzertbeginn – freie Platzwahl
Auskünfte: Horst Heckel, Tel. 06039 934645
Veranstalter dieser Konzertreihe ist die Ev. Kirchengemeinde Karben, Ramonville-Str. 2, 61184 Karben
Organisation: Förderkreis Musik in der Kirche
Verantwortlich für das Programm: Prof. Jan Ickert
Vorsitzender und Redaktion der Homepage: Horst Heckel Tel. 0 60 39 - 93 46 45
E-Mail: kirchenkonzerte@web.de